„Das ist zu grausam, um wahr zu sein“, wiederholte Nika am ersten Tag unseres Aufenthalts auf der Insel Phu Quoc.

 

Gleich am ersten Tag besuchten wir einen Ort, den man nicht so schnell vergisst: ein Gefängnis, das als „Kokospalmengefängnis“ bekannt ist.

 

Die Geschichte des Gefängnisses von Phu Quoc wird in unserem Artikel beschrieben. 

 

Während des Vietnamkriegs diente das Gefängnis als Unterbringungsort für politische Gefangene. Tausende Menschen wurden hier festgehalten, darunter auch Nordvietnamesen und Vietcong-Kämpfer.

 

Gefängnis auf Phu Quoc wurde zum Symbol menschlicher Grausamkeit. Während der Kriegsjahre (1955–1975) wurde dieser Ort zu einer Arena der Qual, wo Folter zur gängigen Praxis wurde.

 

 Wer hat gefoltert? 

 

— Südvietnamesische Regierung (Republik Vietnam): Das Gefängnis stand unter der Kontrolle der südvietnamesischen Behörden, die mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiteten.

 

— Amerikanische Militärberater: Sie lehrten Verhörtechniken und nahmen manchmal selbst daran teil.

 

Wer hat gelitten? 

 

— Nordvietnamesische Soldaten und Vietcong-Guerillas:

Kämpfer, die die kommunistische Regierung Nordvietnams unterstützten.

 

— Politische Gefangene: Personen, die im Verdacht stehen, kommunistische Sympathien oder regierungsfeindliche Aktivitäten zu hegen.

 

Foltermethoden 

 

- Tigerzellen

Die Gefangenen wurden in engen Stacheldrahtkäfigen festgehalten, in denen es unmöglich war, aufzustehen.

 

— Schläge und Elektroschocks: Gefangene wurden geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert.

 

— Isolation und Hunger:

Es wurden Einzelzellen verwendet und der Zugang zu Nahrung und Wasser war eingeschränkt.

 

- Körperliche Misshandlung: Zum Beispiel das Einschlagen von Nägeln oder das Übergießen einer Person mit kochendem Wasser.

 

Verschiedenen Quellen zufolge starben in dem Gefängnis etwa 4 Menschen, insgesamt passierten etwa 000 Gefangene seine Mauern.

 

Die meisten von ihnen überlebten, blieben jedoch für ihr Leben körperlich und seelisch gezeichnet. Das Leben unter diesen Bedingungen war schlimmer als der Tod.

 

Flucht 

Zu den bekanntesten Ereignissen zählt der Ausbruch im Jahr 1969. Damals gelang es über 100 Häftlingen, durch einen von ihnen gegrabenen Tunnel direkt unter dem Gefängnis zu fliehen.

 

Atmosphäre 

Heute dient das Gefängnis als Museum, doch seine Mauern spiegeln noch immer die Vergangenheit wider.

 

— Dunkle Expositionen:

Realistische Modelle und erhaltene Folterspuren lassen den Schmerz derer nachempfinden, die hier gelitten haben.

 

— Stille und Leere:

Es scheint, als seien die Wände selbst von der Erinnerung an das Leid durchdrungen.

 

Wenn man diesen Ort verlässt, ist es unmöglich, nicht an den Preis der Freiheit und die Fähigkeit menschlicher Grausamkeit zu denken.

 

Ein vollständiger Reiseführer zur Insel Phu Quoc